Menschen legen Hände zusammen

Leben

Schulsozialarbeit

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung“, das bestimmt das Schulgesetz. Ziele der Schule sind, die Schüler/innen dabei zu unterstützen, ihre Person zu entfalten, selbstständig Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für sich, das Gemeinwohl, die Natur und die Umwelt zu übernehmen

Nicht nur deshalb hat Schule eine ganz besondere Bedeutung im Leben unserer Kinder. Lernen ist nicht nur ein spannender Entwicklungsprozess, den Kinder und Jugendliche gemeinsam mit anderen Beteiligten durchlaufen. Schulisches Lernen und schulischer Erfolg sind die Eckpfeiler einer chancengerechten Teilhabe in unserer Gesellschaft. Der Lern- und Lebensraum Schule bietet Kindern und Jugendlichen einen Schutzraum, einen Raum für eigene Entwicklung sowohl im Kontakt mit den Lehrkräften als auch mit den Gleichaltrigen. Sie machen hier auch die Erfahrung, dass es andere Lebenswirklichkeiten gibt, als die, die sie zu Hause haben. Hier haben sie die Chance sich und Neues auszuprobieren. Hierfür haben aber leider nicht alle Kinder und Jugendlichen gleich gute Ausgangslagen.

Deshalb gibt es Schulsozialarbeit. Sie dient der Stärkung junger Menschen in Schule und Familie, der Integration im Sozialraum und versucht soziale Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden. Im Sinne eines umfassenden Bildungsbegriffs trägt Schulsozialarbeit durch die Verortung in Schule zu einer umfassenden sozialen, emotionalen und kognitiven Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen bei. Die gemeinsame pädagogische Arbeit von Sozial- und Schulpädagogen setzt dabei grundlegend auf Stärken und Ressourcen, die alle Kindern und Jugendlichen haben. Sie strebt deren Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Partizipation an, nutzt dazu das gemeinsame Lernen, fördert alle Kinder und Jugendlichen in ihren Stärken und Fähigkeiten und trägt damit zur Entwicklung der inklusiven Bildung und Schule bei.

Insbesondere für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern, die keine adäquaten Hilfen finden und für sich in Anspruch nehmen können, ermöglicht Schulsozialarbeit die Zugänge zum Leistungsangebot der Jugendhilfe und von „Bildung und Teilhabe“ und erweitert damit den Einsatz präventiver und integrativer Fördermöglichkeiten. Zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Verhinderung von Ausgrenzung tragen unter anderem die (Beratungs-) Lehrkräfte, die Schulsozialarbeit, die Projekte Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie bei.

Leider lassen sich Aggressionen nicht generell vermeiden. Manchmal kommt es auch zu Mobbing. Mobbing ist ein vielschichtiger, systemischer Prozess, bei dem nicht die einzelnen Straftaten die „Schwere“ eines Mobbingprozesses ausmachen, sondern die zusätzliche, gruppendynamische Komponente. Darunter fallen dann zum Beispiel auch Ausgrenzungsprozesse innerhalb von Klassengemeinschaften beziehungsweise Peergruppen. Diese sozialen und gruppendynamischen Komponenten des Mobbings sind sehr komplex und dynamisch. Daher ist eine tiefergehende sozialpädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen notwendig, die an Mobbingprozessen mittelbar und unmittelbar beteiligt sind. Auch um zukünftigen Mobbingprozessen vorzubeugen.

Das GADSA versucht immer zuerst „No Blame Approach“ anzuwenden. Dies ist ein wirksames, nichtstrafendes Verfahren, um die Bearbeitung und Auflösung von Mobbingprozessen in Schulen zu unterstützen.

Lernen geschieht nachhaltig durch eigenes Tun, durch selbst gemachte Erfahrungen – und ist nicht nur eine rein kognitive Angelegenheit. Wirksames Lernen fürs Leben geschieht ganzheitlich mit allen Sinnen. Qualifizierte Schulsozialarbeit initiiert Erlebnisse, welche soziologische, psychologische und pädagogische Dimensionen beinhalten. Sie schafft Situationen mit Ernstcharakter und vermittelt Menschen so die Möglichkeit, durch konkrete neue Erlebnisse und unmittelbar selbst gemachte Erfahrungen ihren Handlungsspielraum zu erweitern. Dazu gehören hauptsächlich Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz und Persönlichkeit, die eine zunehmende Rolle in der Bildung und in der Arbeitswelt spielen. Somit geht es um Nachhaltigkeit, um wirkungsvolles Lernen mit Herz, Kopf und Hand. Das bedeutet auch, dass Lernziele nicht mit einer Methode oder einem Seminar erreicht werden, sondern dass im Nachhinein noch viel geschieht. Dazu dienen zahlreiche Methoden der Reflexion und des Transfers.

„Erlebnisse sind Bewusstseinsvorgänge, in denen der Mensch tief innerlich und ganzheitlich von der Sinn- und Wertfülle eines Gegenstandes ergriffen wird.“ (Kurt Hahn). Erlebnisse sind hier nicht der Maßstab, sondern die Ausgangssituation und das Medium für ein bewusstes Lernen und für verhaltensändernde, erzieherische oder persönlichkeitsentwickelnde Ziele:

  • Soziale Kompetenz durch Förderung der Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit.
  • Persönlichkeitsentwicklung durch Förderung der Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit, Klärung von Zielen und Bedürfnissen, Entwicklung von Eigeninitiative, Spontanität sowie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.
  • Stärkung der Handlungskompetenz durch ganzheitliche Lernprozesse und Entwicklung von Kreativität (Einbezug von Psychomotorik, Emotionen und kognitiven Verarbeitungsprozessen) sowie psychomotorische Entwicklung (besonders für Kinder), Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen.
Profilbild von Peter Mathias

Schulsozialarbeiter, Notfallteam

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